Vergleich rechtsfähige (selbstständige) und treuhänderische (unselbstständige) Stiftung

Rechtlich selbständiges Gebilde. Die Stiftung ist juristische Person, die eigenes Vermögen hat sowie Trägerin von Rechten und Pflichten sein kann. Die Stiftung ist keine juristische Person und rechtlich nicht selbständig. Ihr liegt vielmehr ein Vertag zwischen dem Stifter und dem Treuhänder zu Grunde. Steuerlich wird sie aber wie eine rechtsfähige Stiftung behandelt.
Die Stiftung wird durch das Stiftungsgeschäft (enthält die Satzung) und durch die Anerkennung der Stiftungsbehörde errichtet. Die Stiftung wird durch das Stiftungsgeschäft errichtet. Eine Anerkennung durch die Stiftungsbehörde ist nicht erforderlich.
Das Stiftungskapital gehört der Stiftung und wird durch den Vorstand entsprechend der Satzung verwaltet. Das Stiftungskapital wird auf den Treuhänder übertragen. Dieser muss es aber getrennt von seinem eigenen Vermögen verwalten (abgesondertes Sondervermögen). Der Treuhänder verwaltet das Vermögen entsprechend der Satzung.
Die Mitglieder des Vorstandes haften der Stiftung gegenüber für Vorsatz und Fahrlässigkeit. Der Treuhänder haftet dem Stifter, seinen Erben bzw. dem Stiftungsvorstand für Verletzungen des Treuhandvertrags.
Die Stiftungsbehörde verlangt je nach Bundesland und Behörde ein bestimmtes Mindestkapital i.H.v. 25.000 bis 50.000 €. Es gibt grundsätzlich kein Mindestvermögen.
In der Regel ist ein größeres Stiftungsvermögen erforderlich um wirtschaftlich rentabel arbeiten zu können (ca. ab 100.000 €). Auf lange Sicht mindestens ca. 500.000 €. In der Regel ist auch schon ein kleineres Stiftungsvermögen ausreichend – je nach Zweck.
Die Stiftung wird gem. §86 BGB durch den Vorstand vertreten. Im Rechtsverkehr wird die Stiftung durch den Treuhänder vertreten.
Die Stiftung unterliegt der staatlichen Stiftungsaufsicht und bedarf zur Gründung eines Anerkennungsverfahrens. Es ist weder ein Anerkennungsverfahren erforderlich noch unterliegt die treuhänderische Stiftung der staatlichen Stiftungsaufsicht.
Die Stiftungsbehörde wirkt bei der Anerkennung als rechtsfähige Stiftung mit. Sie überprüft die Einhaltung des Stifterwillens fortlaufend und muss ggf. bei Satzungsänderungen und der Auflösung der Stiftung mitwirken. Eine Beteiligung der Stiftungsbehörde ist nicht erforderlich.
Das Finanzamt prüft die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und die Mittelverwendung. Das Finanzamt prüft die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und die Mittelverwendung.